Jahresbericht 2015

WWF Schweiz

Jahresbericht 2015

© Tanya Vernes / WWF-Aus

Rückblick auf das Geschäftsjahr 2015

Editorial von Thomas Vellacott

Es sind gute Nachrichten, die es für das WWF-Wappentier zu vermelden gibt. Die Zahl der wild lebenden Pandas in China ist seit 2003 um fast ein Fünftel gestiegen. Die erfreuliche Entwicklung ist vor allem 27 neuen Schutzgebieten zu verdanken, die für die Tiere eingerichtet wurden. Mehr geschützte und gut vernetzte Flächen sind nicht nur für den Panda enorm wichtig, denn der Druck auf die Natur steigt weltweit stetig an. Dabei geht es nie um den isolierten Schutz einer einzelnen Tierart, sondern um den Erhalt funktionierender Ökosysteme. Diese sind auch für die lokale Bevölkerung von entscheidender Bedeutung, beispielsweise für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

© Nik Hunger

© WWF China

Naturschutz und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gehen Hand in Hand, wie unser Jahresbericht zeigt. So wurden im Rahmen eines WWF-Projekts für die Landbevölkerung in den Panda-Gebieten rund 1600 neue Holzöfen installiert. Jeder dieser neuen Öfen spart nun zehn Tonnen CO2 pro Jahr ein, die Familien halbieren ihren Holzverbrauch, profitieren von besserer Raumluft, brauchen weniger Zeit zum Holzsammeln und mildern den Druck auf die Bambuswälder der Pandas. Insgesamt generiert das Projekt jährlich einen wirtschaftlichen Mehrwert von rund 1,4 Millionen Franken.



Oder die selbstverwalteten Gemeindeschutzgebiete Namibias, die bereits rund ein Fünftel der Landesfläche ausmachen und die Koexistenz der Bevölkerung mit den Wildtieren fördern. Dazu wird der Artenreichtum gezielt touristisch genutzt, was tausende Arbeitsplätze schafft und jährlich einen Ertrag von rund sechs Millionen Franken bringt.

© WWF Canon

© WWF

Der WWF macht aber auch Druck für eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Auf den ersten Blick scheint die jährliche Earth Hour mit dem einstündigen Lichterlöschen für den Klimaschutz zwar nicht viel mehr als ein symbolischer Akt zu sein, doch die gleichzeitig initiierten Aktionen und Projekte sorgen für Breitenwirkung. In der Schweiz hat der WWF im Rahmen der Earth Hour beispielsweise eine Petition mitlanciert, die Bundesrat und Parlament im Klimaschutz in die Pflicht nimmt. Bis 2030 ist der Treibhausgas-Ausstoss hierzulande um 60 Prozent zu reduzieren, bis 2050 gilt es, ganz aus den fossilen Energien auszusteigen. Mit einer weiteren Petition machen wir Druck gegen die unsägliche Lebensmittelverschwendung.

Unbequeme Wahrheiten legten wir mit dem WWF-Rating zur kantonalen Energiepolitik auf den Tisch. Es zeigt, welche Kantone beim Klimaschutz vorwärtsmachen und welche zaudern. Rückmeldungen aus der Verwaltung bestätigten uns, dass das Rating hilfreich ist, besonders um die Gebäudesanierungen zu beschleunigen.

Sie finden weitere Beispiele für die WWF-Arbeit in diesem Jahresbericht. Ich danke all den Freiwilligen, Mitarbeitenden und Partnern, die unsere Projekte vorangebracht haben. Und ich danke Ihnen, dass Sie uns weiterhin dabei unterstützen.

© WWF China/Yong Yange

Highlights 2015